Holz ist einer der ältesten Brennstoffe der Welt – und erlebt heute ein erstaunliches Comeback. Doch richtiges Heizen mit Holz ist weit mehr als nur „ein paar Scheite in den Ofen werfen“. Es ist eine kleine Wissenschaft, die über Effizienz, Umweltverträglichkeit und Sicherheit entscheidet.
Hier erfahren Sie, wie man mit Holz heizt – so, dass es warm, sauber und verantwortungsvoll bleibt.
Warum Holz wieder im Trend liegt
In Deutschland gilt Holz als erneuerbare Energiequelle, sofern es aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien im gesamten Energieverbrauch bis 2050 deutlich zu erhöhen. Biomasse – und damit auch Brennholz – bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil der Energiewende.
Richtig eingesetzt bedeutet Holzenergie: regional, klimafreundlich und unabhängig von fossilen Importen.
Kurz gesagt: Holz ist keine Energie von gestern, sondern Teil der grünen Zukunft.

Der CO₂-Kreislauf: die halbe Wahrheit
Oft hört man: „Beim Verbrennen von Holz entsteht nur so viel CO₂, wie der Baum beim Wachsen aufgenommen hat.“
Das stimmt nur unter bestimmten Bedingungen:
- Das Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
- Es wird vollständig und sauber verbrannt.
- Es ist trocken und unbehandelt.
Ist das nicht der Fall, entstehen mehr Feinstaub, Schadstoffe und unvollständige Verbrennung – schlecht für Umwelt, Nachbarschaft und Schornstein.
Der richtige Feuchtegehalt
Das wichtigste Kriterium: Das Brennholz sollte weniger als 20–25 % Restfeuchte haben.
Diese Vorgabe steht sogar in der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV).
Warum das so entscheidend ist:
- Feuchtes Holz verbrennt langsamer, liefert aber deutlich weniger Wärme.
- Es produziert bis zu fünfmal mehr Rauch und Ruß.
- Rußablagerungen im Schornstein erhöhen das Brandrisiko und senken den Wirkungsgrad.
👉 Ein Tipp: Investieren Sie in ein einfaches Feuchtigkeitsmessgerät (ab ca. 10 €). Ideal ist ein Wert zwischen 15 % und 20 %.
Richtig anzünden – von oben oder unten?
Das Anzünden beeinflusst, wie sauber Ihr Ofen brennt. Es gibt zwei bewährte Methoden:
🔸 Von oben anzünden (für Öfen ohne Rost)
- Unten große Scheite legen.
- Darüber kleinere Späne und Anzünder.
- Oben anzünden.
→ Die Flamme wandert langsam nach unten – sauber, ruhig, fast rauchfrei.
🔸 Von unten anzünden (für Öfen mit Rost)
- Anzünder und Späne unten platzieren.
- Zwei bis drei kleinere Scheite darauf legen.
- Luftzufuhr öffnen und anzünden.
→ Durch den Luftzug von unten entsteht eine kräftige Flamme – ideal für Kaminöfen mit Rost.

Sicherheit & Wartung
- Öffnen Sie die Ofentür langsam, um Rauch auszuschließen.
- Werfen Sie Holz nicht hinein – das kann die Ausmauerung beschädigen.
- Kein Müll, keine lackierten Bretter, kein Sperrholz! Diese Stoffe setzen beim Brennen Gifte frei.
- Asche nur in einem Metalleimer entsorgen – Glutreste können Stunden später noch heiß sein.
- In Deutschland ist eine jährliche Schornsteinreinigung durch den Schornsteinfeger Pflicht – und absolut sinnvoll.
Praktische Tipps
- Buche & Eiche: höchste Heizwerte (≈ 2100 kWh/m³).
- Birke: brennt schneller, mit schönem Flammenbild und angenehmem Duft.
- Fichte & Kiefer: ideal zum schnellen Anheizen, aber mit mehr Rußbildung.
- Achten Sie beim Kauf auf das Volumenmaß:
- Raummeter (RM) = gestapeltes Holz (1 × 1 × 1 m)
- Schüttraummeter (SRM) = lose geschüttetes Holz (etwa 30 % weniger Volumen)
Kleine Entscheidungen, große Wirkung
Wenn Holz trocken ist, der Ofen richtig eingestellt und die Luftzufuhr passt, gewinnen Sie gleich mehrfach:
- Mehr Wärme pro Scheit.
- Weniger Rauch und Feinstaub.
- Weniger Reinigung und geringere Kosten.
- Und vor allem: bessere Luft für alle.
Fazit
Heizen mit Holz ist keine Nostalgie – es ist eine bewusste Entscheidung für Effizienz und Verantwortung.
Wer die Grundlagen kennt, spart Energie, schützt die Umwelt und genießt echtes Wohlfühlklima im eigenen Zuhause.
Trockenes Holz, saubere Luft, ruhiges Feuer – das ist nachhaltige Wärme in ihrer besten Form.


